Klinik für Augenheilkunde

Cornea Cross Linking (Hornhautvernetzung) bei Keratokonus

Der Keratokonus ist eine häufig beidseits auftretende Hornhauterkrankung mit kegelförmiger Vorwölbung und Verdünnung der Hornhaut. Erste Symptome stellen eine zunehmende Kurzsichtigkeit und ein Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) dar, die sich bereits im frühen Erwachsenenalter zeigen können. Die bisherigen Behandlungsmöglichkeiten bestanden darin, in frühen Erkrankungsstadien formstabile Kontaktlinsen und Keratokonuslinsen anzupassen. Bei späten, schweren Formen war häufig nur noch eine Keratoplastik (Hornhauttransplantation) hilfreich.
Um die Hornhauttransplantation zu verhindern wurde das Crosslinking aus anderen medizinischen Fachbereichen übernommen. Crosslinking (Quervernetzung) von Geweben wird in anderen Fachgebieten der Medizin (z. B. Orthopädie, Herzchirurgie) seit mehreren Jahren erfolgreich angewandt. Es handelt sich um eine Methode zur mechanischen Stabilisierung von Geweben. Am Auge wird das neue Verfahren zur Behandlung des fortschreitenden Keratokonus eingesetzt. Durch die Stabilisierung bzw. Verfestigung der Hornhaut, kann ein weiteres Vorwölben der Hornhaut aufgehalten werden.

Was bewirkt das Crosslinking?

Das Ziel des Crosslinking ist es, bei einem frühen Keratokonusstadium eine Zunahme der Hornhautverkrümmung aufzuhalten. Das jeweilige Erkrankungsstadium des Keratokonus kann allerdings nicht "rückgängig" gemacht werden. Im besten Fall schreitet die Vorwölbung der Hornhaut nicht weiter vorran.

Wie wird Crosslinking durchgeführt?

Für das Crosslinking wird ultraviolettes Licht therapeutisch genutzt. In Kombination mit Riboflavin-Augentropfen (Vitamin B2-Abkömmling), erfolgt eine photochemische Vernetzung der oberflächlichen Kollagenfibrillen der Hornhaut, wodurch eine Queervernetzung der Kollagenfasern erreicht wird. Dadurch wird die Hornhaut mechanisch stabiler.
Die Intensität der UV-Strahlung wird so gewählt, dass die unter der Hornhaut gelegenen Augenstrukturen nicht geschädigt werden. Bei der Operation wird im ersten Schritt das Epithel (äußere Schicht) der Hornhaut unter örtlicher Betäubung entfernt. Dieser Vorgang ist notwendig, damit die Riboflavin-Augentropfen in die Hornhaut gelangen können. Anschließend wird die Hornhaut 30 Minuten lang mit UV-Licht behandelt.

Welche Risiken bestehen?

Das Crosslinking ist ein relativ neues Therapieverfahren, so dass Langzeitdaten zur Prognose und zu möglichen Spätkomplikationen fehlen. Prinzipiell sind Infektionen und Entzündungen der Hornhaut und des Augeninneren, Hornhautgeschwüre, -trübungen und die Entwicklung eines grauen Stares möglich. Diese können auch zu einer dauerhaften Einschränkung der Sehfunktion führen können. Nach den bisherigen Erfahrungen aus tierexperimentellen Untersuchungen und ersten Anwendungen an Patienten sind keine Nebenwirkungen bekannt. (G.Wollensak, E.Spörl, T.Seiler, Ophthalmologe 2003, 100:44-49)

Wo erhalte ich weitere Informationen?

Weitere Informationen und eine Beratung können Sie in unserer Hornhaut-sprechstunde erhalten. Die Anmeldung erfolgt über die allgemeine Terminvergabe
Tel: 03641933273






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